Selbständigkeit und Nebenjob

Bis eine Selbständigkeit den gewünschten Gewinn erwirtschaftet, kann es oftmals dauern. Bei der Planung sollte bereits bedacht werden, wie lange diese Phase ungefähr dauern wird und wie sie überbrückt werden kann. Hauptsächlich geht es dabei um die finazielle Realisierbarkeit. Je nach Gründungsvorhaben sind die Anfangskosten unterschiedlich. Wird ein Produkt hergestellt sind diese höher, als bei einer Dienstleistung, die so gut wie keine Materialkosten und Herstellkosten beinhaltet. Finanzielle Rücklagen sind eine Lösungen und können helfen, eine Zeit zu überbrücken.


Heute möchte ich dir drei weitere Möglichkeiten vorstellen, wie die Anfangsphase überbrückt werden kann.




1. Gründung im Nebenerwerb


In dieser Variante gründest du während du deinem Angestelltenjob / Vollzeitjob weiter nachgehst. Du wendest für deine Selbständigkeit ein paar Stunden unter der Woche und am Wochenende auf. Das Risiko ist gering und du kannst dich langsam an die neue Rolle als Unternehmerin gewöhnen.


Vorteil: Alle Sozialversicherungsabgaben, wie Krankenversicherung, Rentenversicherung usw. werden wie gewohnt mit deinem Gehalt beglichen, da das monatliche Einkommen, sowie die Anzahl der Stunden deiner nichtselbständigen Arbeit überwiegen.


Nachteil: Du kannst dich aufgrund deiner Angestelltentätigkeit nicht richtig auf deine Selbständigkeit einlassen und es kann durchaus sehr stressig werden. Spreche hier am besten frühzeitg mit deinem Arbeitgeber und reduziere deine Arbeitszeit. Ansonsten kann es passieren, dass in dieser Variante die Gründung in den Hintergrund gerät und manchmal sogar noch in der Planung scheitert.


2. Selbständigkeit plus Teilzeit- oder Minijob


Entscheidest du dich dafür die Selbständigkeit in "Vollzeit" zu starten, kann es manchmal trotzdem sinnvoll sein anfangs zusätzlich in einem Teilzeit- oder Minijob zu arbeiten. Du kannst somit viele Stunden für dein Unternehmen aufwenden und hast trotzdem eine monatliche, finanzielle Sicherheit. Diese Variante ist planungs- und organistationsaufwendig und kann stressig sein. Ein guter Wochenplan, inklusive der privaten Planung (Essenplan, Einkaufplan...), ist besonders wichtig. Meist wird diese Variante gewählt, wenn du deinen vorherigen Job, aufgrund von Kündigung, nicht mehr ausübst, dich umorierntiert hast oder nach der Kindererziehungszeit wieder startest.


Vorteil: Du hast mehr Zeit, um ein profitables Business aufzubauen, da die Selbständigkeit dein "Vollzeitjob" ist. Du lernst frühzeitig dich gut zu strukturieren und lernst Prioritäten zu stetzen. Du lässt dich voll auf die Selbständigkeit ein.


Nachteil: Je nach zeitlichem Umfrag und Gehalt deines Nebenjobs kann es sein, dass du dich trotzdem selbst krankenversichern musst. Sprich hier am besten frühzeitig mit deiner Krankenkasse und denke an deine Altersvorsorge (insbesondere bei Minijobs).


3. Gründung in der Elternzeit


Für Frauen kann es sinnvollsein während der Schwangerschaft / Elternzeit zu gründen. Es bleibt genug Zeit für die Kinder und den Aufbau der Selbständigkeit. Finaziell ist es in dieser Variante oftmals auch entspannter, da sich die Familie bereits darauf eingestellt hat, dass die Frau jetzt weniger verdient und die Ausgaben für Miete, Kredite, Lebensmittel, Altersvorsorge und Co. bereits aus dem Familieneinkommen gezahlt werden. Hinzu kommt das Eltern- und Kindergeld, welches vorerst einen finanziellen Puffer bietet.


Vorteil: Beruf und Familie sind vereinbar. Die Flexibilität einer Selbständigkeit kann sich wunderbar der Betreuung der Kinder anpassen, da zum Beispiel im Krankheitsfall des Kindes trotzdem gearbeitet werden kann, wenn dieses schläft. Zudem kann sich die Mutter dem Rythmus des Kindes anpassen und auch außerhalb der "normalen" Arbeitszeiten (9 to 5) ein paar Stunden für das Unternehmen aufwenden.


Nachteil: Auch bei dieser Variante ist eine gute Organisation und Planung essentiell. Ohne eine gute Partnerschaft und Unterstützung im Haushalt (durch eine Kinderbetreuung, Haushaltsfee und Co.) ist es für die Mutter extrem stressig und bringt nicht die gewünschte Freiheit und Anerkennung.


Fazit


In allen drei Varianten ist eine gute Organisation, Struktur und Planung wichtig. Schon zu Beginn einer Gründung sollte daher speziell darauf geachtet werden, Abläufe zu strukturieren und Prioritäten zu setzen. Alles, was du selbst nicht kannst, solltest du beispielsweise an einen Grafiker/in, Steuerberater/in oder Rechtsanwalt/in abgeben. Überfordere dich nicht. Die Selbständigkeit soll dir Spaß machen und sind deinem Alltag anpassen - nicht andersrum.


Bezüglich der weiteren Möglichkeiten, das finanziellen Risiko einzudämmen, empfehle ich dir zu prüfen, ob du für staatliche Förderungsprogramme, wie zum Beispiel den Existenzgründungszuschuss der Agentur für Arbeit, in Frage kommst. Wende dich hier am besten frühzeitig an deine Agentur für Arbeit oder schicke mir eine E-Mail mit deinen Fragen.


Ich unterstütze dich gerne.


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