Equal Pay Day - Wie schließt du deine Lücke?

Noch immer gibt es in Deutschland zwischen Männern und Frauen eine Lohndifferenz von 21 Prozent. Gründe gibt es hierfür viele. Doch was kannst du tun, um die Lücke für dich persönlich zu schließen?



Was sind die Gründe für die Differenz zwischen den Gehältern von Frauen und Männern und was kannst du tun, um sie zu schließen?

Vergleichbarkeit fehlt

Die wenigsten Frauen wissen, was ihr Kollege in der gleichen Position verdient. In vielen Arbeitsverträgen gibt es sogar Klauseln, die verbieten, dass sich Angestellte untereinander über das Gehalt und Sondervereinbarungen, wie betriebliche Altersvorsorge, Dienstwagen, Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld, austauschen. Auch im Bekanntenkreis sprechen Frauen selten über Geld und wissen oftmals nicht mal, was ihre beste Freundin oder sogar der Partner/Ehemann verdient. Welcher Betrag soll denn dann im Bewerbungsgespräch oder beim Jahresgespräch genannt werden?


Bei Unternehmen, die einem Tarifvertrag (z.B. Angestellte im öffentlichen Dienst oder in Industrieunternehmen) angeschlossen sind, ist dies schon etwas leichter. Je nach Position ist hier ein bestimmter Lohn festgelegt, der für Frauen und Männer gleich ist. Verhandlungsspielraum gibt es hier wenig - aber es gibt ihn.


Mein Tipp: Tausche dich mit deinen Kollegen/innen, deinem Partner und Freunden über Gehälter aus. Es ist vielleicht erstmal unangenehm darüber zu sprechen aber du wirst merken, dass es dir für zukünftige Verhandlungen helfen wird.


Verhandle dein Gehalt

Männer sind bei Gehaltsverhandlungen meist weniger erschrocken und pokern viel höher, als es Frauen tun. Wusstest du, dass es sogar manchmal vorkommt, dass Bewerber nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden, weil ihr "Wunschgehalt" weit unter den Vorstellungen der Personalabteilung liegt? Personaler vermuten dahinter oftmals fehlendes Wissen oder zu geringes Selbstbewusstsein und schließen daraus auf eine schlechte "Qualität" des Bewerbers.


Zudem sind die Gründe entscheidend, die bei einer Gehaltsverhandlung genannt, um sich zu "verkaufen" und zukünftig ein höheres Gehalt zu erhalten. Oftmals wird argumentiert, dass man fleißig sei, sich gut eingearbeitet hat, effizent arbeitet, länger bleibt usw..

Was aber meist nicht zur Sprache kommt, ist der Mehrwert, den du mit deiner Arbeit für das Unternehmen bietest. Wie viel Umsatz hast du z.B. durch die Betreuung deines letztens Projekts für das Unternehmen erwirtschaftet? Welche Kosten konnten durch den Wechsel der Lieferanten, durch dein Engagement, eingespart werden? Diese Punkte solltest du unbedingt in der Gehaltsverhandlung vorbringen.


Mein Tipp: Bereite dich immer gut auf Gehaltsverhandlungen vor. Vereinbare einen Termin und überfalle deinen Chef/in nicht damit. Auch wenn dein Chef/in mit dir über dein Gehalt sprechen möchte, bitte sie/ihn um einen Termin, auf den du dich vorbereiten kannst. Finde heraus, was andere in deiner Position und mit deiner Ausbildung verdienen. Nehme die Zahlen, die du von deinen Kollegen und Freunden kennst und recherchiere im Internet. Überlege dir Argumente, wie du deinen Vorgsetzten überzeugst. Was kannst du besser, als andere? Welche Kosten kannst du durch deine Arbeit senken? Welche Gewinne hat das Unternehmen durch deine Arbeit?


Teilzeit, Minijob und Jobpausen

Viele Mütter steigen nach der Geburt ihres Kindes erstmal wieder in Teilzeit oder in einem Minijob ein. Sie erledigen den Haushalt, waschen die Wäsche, versorgen die Kinder und haben wenig Zeit für ihren Job. Schnell wird es zur Doppelbelastung und sie arbeiten lieber in "einfacheren" Positionen oder Minijobs.

Was diese Jobs jedoch auch mit sich bringen, ist die schlechte Bezahlung und die fehlende Absicherung. Viele Mütter zahlen jahrelang so gut wie keine Beiträge in ihre Altersvorsorge ein, was dann in der Rente zur Altersarmut führt. Mittlerweile ist leider bekannt, dass die Altersarmut weiblich ist. D.h. du solltest auch nach der Geburt deines Kindes auf dein Gehalt und deine Altersvorsorge achten. Zudem tut es dir sicher gut, wenn du arbeitest, Anerkennung bekommst und dich mit deinen Kolleginnen und Kollegen unterhalten kannst. Ganz wichtig ist, dass du dir dann für den Haushalt und die Kinder Hilfe nimmst. Eine Putzfee, kann dich im Haushalt und bei der Wäsche unterstützen und eine gute Kinderbetreuung hilft dir mit den Kindern.


Mein Tipp: Besprich mit deinem Partner, wie ihr vorgeht, wenn das Kind auf der Welt ist.

Wer macht den Haushalt, wie wird deine Altersvorsorge finanziert, wann gehst du wieder arbeiten? Fehlende Beiträge in deine private Altersvorsorge, sollten aus mit Familieneinkommen finanziert werden, solange du nicht wieder in Vollzeit arbeitest. Achte bei deinem Job auch darauf, dass du - auch als Mama - fair bezahlt wirst. Du hast eine gute Ausbildung und Berufserfahrung. Nimm dir Hilfe für den Haushalt. Du musst nicht alles alleine schaffen.



Ich hoffe ich konnte dir ein paar Tipps mitgeben, die dir helfen, die Lücke für dich zu schließen und zukünftig fair bezahlt zu werden.


Bei Fragen und Anregungen kannst du mir gerne eine Mail an hallo@feminineandbusiness.com schreiben.




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